Die Erzeugung innerer Vorstellungen und Bilder können das psychische Wohlbefinden, das Selbstwertgefühl und das Auftreten eines Menschen wesentlich beeinflussen. Nach den neusten Ergebnisse der Neurobiologie haben innere Bilder ein lebenswichtige Funktion. In der modernen Traumatherapie steht daher auch die Imaginationstherapie im Fordergrund der Behandlung um z.B.. einen „Inneren sicheren Ort“ herzustellen. In der Imagination wird nach der Theorie von C.G. Jung erlebte Wirklichkeit zu einem Symbol, und gleichsam zu einem Mittelbereich zwischen konkret erlebter Wirklichkeit. In der Verbindung zu unserem psychischen Hintergrund gelangen wir dann auch zu einer Einsicht in die uns prägenden Beziehungen und unsere aktuellen Beziehungsmuster. Hanscarl Leuner, der eine eigenständige psychoanalytisch fundierte Imaginationsmethode entwickelte spricht in diesem Zusammenhang von der Arbeit mit dem Tagtraum bzw. dem Katathymen Bilderleben (Katathym Imaginative Psychotherapie). Weitere Ansätze hier liefern die grundlegenden Arbeiten von C.G. Jung (Verena Kast) , der den Begriff der „Aktiven Imagination“ verwendet.

Die Nähe dieses Verfahren zur Kunstpsychologie besteht darin, dass viele Künstler Ihre Tagträume bildnerisch umgesetzt haben, um sich dadurch auch psychisch zu entlasten.

D. G, Rossetti "Der Tagtraum", 1878

In der Imaginationstherapie wird der Patient mittels einer Körperentspannung eingeladen, vorgegebenen bzw. freien Bildermotiven mit geschlossen Augen zu erleben.  Hanscarl Leuner (Leuner 1990, S. 39) stellt fest, dass zwischen imaginärem Inhalt und unbewussten dynamischen Strukturen des Subjekts eine funktionelle Einheit besteht.

Die Arbeit mit Bildern ist eine Form der indirekten Kommunikation. Es gibt viele Parallelen zur Hypnosetherapie (Bongartz 2000, S. 219 ff) und der Imaginationstherapie (Reddemann 2001, S. 15 ff). Luise Reddemann (Reddemann 2001, 17) beschreibt, dass der Einsatz von Ich-stabilisierenden imaginativen Techniken der Stärkung und dem Aufbau von Ich-Funktionen dient. Bongartz (Bongartz 2000, S. 220) spricht davon, das die symbolische Behandlung die Bearbeitung von belastenden Erfahrungen ermöglicht, ohne dass die Therapeutin die Ursache dieser Belastung kennen muss. Dabei wird das Problem/Symptom symbolisiert und die Auseinandersetzung mit dem Problem/Symptom findet über die Auseinandersetzung mit dem Symbol statt.

Gleichzeitig ist es auch möglich diesen imaginären Raum dann in einem tatsächlichen Bild oder in einem schriftlichen Text auszudrücken.

Georg Franzen

Weitere Informationen:

· Katathym Imaginative Psychotherapie
· Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychologie (DGAP)
· C.G. Jung -Gesellschaften
· Deutsche Gesellschaft für Hypnose

Literatur:

Analytische Kunstpsychologie | Psychologische Praxis | Institut für Kunstpsychologie | Museumspsychologie | Imaginationstherapie - Bilderleben | Kunsttherapie | Kritzeleien | Veröffentlichungen | LINKS | Aktueller Artikel